Wer kennt das nicht?! Ein schlechter Arbeitstag, ein nervendes Ereigniss oder einfach nur
Lust darauf zu haben, sich von seiner Lieblingsmusik bei angemeßener (bzw. situationsbedingter) Lautstärke
verwöhnen zu lassen. In meinem Fall, muß ich zugeben, daß ich gern mal über die Stränge schlage
und die Lautstärke unangemessen betreibe. Zum Glück habe ich sehr tollerante Nachbarn ;-). Und da sind wir schon bei dem Thema
"Musikanlage". Natürlich ist, mit einer kleinen Kompaktanlage genau so ein Hörgenuß möglich, wie es mit sündhaft
teurem Equipment der Fall ist. Wenn jedoch in einem das technische Herz schlägt und man sich für jedes Detail begeistern kann, dann
macht es Sinn, auch mal mehr als nur eine Kompaktanlage in die vier Wände zu stellen. Und das habe ich dann auch in den letzten
Jahren getan. Aber bevor ich hier, einen kleinen Bericht über meine derzeitige Anlage hinterlege, nun ein paar einleitende Worte.
Wir schreiben das Jahr 1980 wo alles begann
Das Thema Audio prägte mein bisheriges Leben bereits seit dem 10. Lebensjahr. Damals hatte ich ab- und zu die Möglichkeit
- zu Besuch bei meinem sieben Jahre älteren Cousin - seine selbstgebauten Lautsprecher zu bewundern. Natürlich wurde der
Wunsch nach einer eigenen "Stereo-Anlage" (oder auch HiFi genannt) immer größer. Nach einiger
Zeit, begleitet durch Betteln und Flehen, erhielt ich von meinem Vater zwei Komponenten der Marke Technics. Diese Anlage bestand
aus einem Vollverstärker und einem Tuner. Dieser Verstärker verfügte über eine Ausgangsleistung von 2 x 35 Watt/8 Ohm.
An diesem Verstärker betrieb ich zwei kleine 2-Wege- Lautsprecher. Natürlich Marke Eigenbau der Firma "Cousin" ;-). Eingebaut war ein Tief-/Mittelton-Chassis
mit ca. 17-20 cm Durchmesser (mittelharte Aufhängung) und einem Piezo-Hochtöner der ohne C-Element (also keine Frequenzweiche) direkt an dem Eingang des Tieftöners angeschlossen war. Diese Kombination war jahrelang "meine Musikanlage" und wurde nur wenige Monate später (zu meinem Geburtstag. Mein Opa sei Dank) um ein Tapedeck (Kassettenlaufwerk) der Marke Sharp erweitert. Ab diesem Zeitpuntk nutzte ich jede freie Minute mit dem Musikhören. Früher gab es noch Rock-Pop-Konzerte im NDR-Fernsehen.
Meist liefen diese Live-Übertragungen auf einem Samstag um 20 Uhr und später. Auf jeden Fall, nutze ich diese
Möglichkeit, meinen Technics-Verstärker samt Lautsprecher an den TV anzuschliessen. Das war ein Feeling. Dieses gepiepse aus dem Fernseher hatte auf einmal Fundament.
Und so lief ein Konzert nach dem anderen über meine Musikanlage. Ich habe jedoch keine Ahnung mehr, was aus den Geräten
geworden ist. Irgendwann habe ich sie wohl verschenkt.
Der Verstärker überlebte sogar einen kleinen Unfall. Während ich Musik hörte, ist mir doch glatt ein Glas
Milch umgekippt und ein großer Teil davon lief natürlich seelenruhig in den Verstärker. Nachdem ich umgehend den Netzstecker
gezogen hatte, ging es nun darum, die Milch aus dem Gerät zu entfernen. Also mit dem Schraubdreher das Gerät geöffnet und mit Hilfe
von Taschentüchern und Ohrenreinigern wurde das Gerät von mir gereinigt bzw. trockengelegt. Alles war wieder in Ordnung. Seit dem steht kein Getränk mehr in
der Nähe von elektronischen Geräten.
Der Durchbruch in 1989
In den folgenden Jahren hatte ich dann diverse Consumer Audiogeräte bis der sog. "High-End-Sektor" für mich interessant wurde.
Da ich i.d.R. immer meine Lautsprecher versucht habe im Selbstbau herzustellen, fing ich mit Spielereien wie Bi-Amping & Co. an. Ein von
Klaus G. modifizierter Yamaha Pre-Amplifier mit einer eingebauten 2-Weg Aktivweiche 1. Ordnung (6 db Flankensteilheit) steuerte zwei Rotel RB 980 (je 2 x 120 Watt, 360 Watt bridged) an. Später kaufte ich
mir einen Kenwood Pre-Amplifier L-1000 der eine Abdeckung aus Plexiglas besaß. Bei letzterem war dann auch
etwas für das Auge dabei weil die Hauptplatine der Elektronik gut einzusehen war.
Und dann ging alles sehr schnell. B&W Modell 803 Lautsprecher die ich für ~2.500,00 DM gebraucht von einem Händler gekauft habe.
An diesen Lautsprechern betrieb ich eine Restek Endstufe (Modell TENSOR, Gewicht: 36kg) der eine garantierte Ausgangsleistung von 2 x 150 Watt an 8 Ohm lieferte. Der TENSOR war von einem der Restek-Entwickler auf
der Rückseite signiert. Die Frontseite (10 mm Aluminium verchromt) wurde mit vier vergoldeten Inbusschrauben befestigt.
Normalerweise sind klangliche Eigenschaften bei einer Beschallungsanlage die wichtigen Aspekte bei einem Kauf. Aber in diesem Fall schaute die Technik auch
noch sehr gut aus.
Fortsetzung und Bildmaterial folgen.
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